Tanz um einen Baum

Wie tanzen denn Bäume überhaupt? Und wie können wir einen Baumtanz entwickeln, wenn unsere Tänzer weder eine gemeinsame Sprache noch ein gemeinsames Tanzvokabular beherrschen? Diese Fragen waren nur zwei Herausforderungen einer bewegten und spannenden Tanzwoche, die während der hessischen Herbstferien in Marburg stattfand. Unser Ziel war es, über das gemeinsame Tanzen die sprachlichen und kulturellen Barrieren ein wenig aufzubrechen. Fünf der Kinder kamen aus einer Sprach Intensivklasse und sprachen wenig deutsch. Alles eigentlich kein Problem, weil Tanzschritte eher körperlich als sprachlich aufgenommen werden.

Als wir am ersten Tag ankamen, warteten bereits fünf Kinder in großer Vorfreude vor der Turnhalle. Die meisten Kinder waren etwas verdutzt als wir ihnen zeitgenössische Tanzübungen zeigten. (Der Kommentar eines zehnjährigen Jungs am zweiten Tag: „Keine Ahnung was für die Tanzen ist!“) Diese Richtung war bewusst gewählt. Aus den Medien wissen die Kinder nur allzu gut, wie Hip- Hop oder Breakdance aussehen soll und wenn sie diesen Bildern selbst nicht entsprechen können, kann der resultierende Frust sie dazu verleiten schnell aufzugeben. Uns war es besonders wichtig, dass die Kinder durch Improvisation eigene Bewegungen und Ideen entdeckten, um ihre Kreativität neu zu entfalten. Die anfängliche Skepsis wurde recht schnell überwunden und als wir uns die Tagesergebnisse als Video anschauten, waren alle begeistert.

Im Laufe von fünf hochkonzentrierten Probentagen ist das neue Stück entstanden: Aus Improvisationsübungen ist die Choreografie gewachsen und unter Celines Anleitung sind Kostüme genäht und Bühnendekoration gebastelt worden. Das Ergebnis wurde in der Waggonhalle vor Publikum aufgeführt. Der Kommentar einer 12- jährigen Teilnehmerin könnte als Fazit für das ganze Projekt gelten: „Ich finde, wir haben den Applaus verdient, weil wir uns sehr viel Mühe gegeben haben“.



Consent Management Platform von Real Cookie Banner